"Ein eindrücklicher Film, der sehr berührt, mit dem ganz Persönlichen einer eigenen Rilkelektüre. Das Spirituelle, das gezeigt und an des Dichters Orte begleitet wird, wird wunderbar durch Bild und Musik hervorgehoben. Die besinnliche Ruhe dieses Filmes, der nicht belehrt, sondern sachte suggestiven Spuren folgt, bannt den Zuschauer durch die Aussage, durch die Ästhetik." FONDATION RILKE, SIERRE

Rainer Maria Rilke war nicht nur einer der grössten deutschen Dichter, sondern auch ein spirituell Suchender, der jedoch ganz eigene Wege ging. Der bigotte Katholizismus seiner Mutter konnte ihn nicht befriedigen, sondern stiess ihn in seiner erdrückenden Schwere ab. Lebenslang schaute sich der Dichter in den spirituellen und mythologischen Traditionen der Welt um, um Inspirationen für seine eigene Gottessuche zu finden.

Rilke pflegte Kontakt mit Esoterikern, Anthroposophen und scheute auch nicht die Teilnahme an spiritistischen Séancen, wie es um 1900 Mode war. Vor allem München bot vor dem Ersten Weltkrieg viele diesbezügliche Anregungen: Rilke lebte in unmittelbarer Nähe zu Sinnsuchern wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Franz Marc, Stefan George, Alfred Schuler und Rudolf Steiner, die alle Ausschau nach einer Alternative zu christlichen Glaubensformen hielten.

Auf Reisen durch Spanien, Italien, Nordafrika, Ägypten und Russland liess sich Rilke auch auf die spirituellen Formen anderer Kulturen ein: auf das mystisch-orthodoxe Christentum des Ostens, den Islam, das Alte Testament, aber auch auf die Mythenwelt des alten Ägypten oder der griechischen Antike. Er übernahm nichts, was nicht durch seine inneren Erfahrungen gelaufen war und in seinem Sprachkosmos zu neuem poetischen Ausdruck verwandelt werden konnte.

Die Legende von "Orpheus" oder die Symbolfigur des Engels konnten so im 20. Jahrhundert wieder zu neuem Leben erstehen. Vor allem aber spürte Rilke das "Göttliche" in den kleinen Dingen und in der Natur auf. Dabei verlor der Dichter auch nie die dunkle Seite Gottes aus dem Blick: Er war kein naiv Glaubender, sondern ein lebenslang Ringender, der jedoch zutiefst vom letztlich Geheimnisvollen und Wunderbaren allen Lebens überzeugt war, egal welche Schicksalsschläge ihn auch heimsuchten.

Sprecher: Hans-Peter Bögel, Sabine Wegner, Rüdiger Sünner
Mitarbeit: Christine Klie

Drehbuch, Kamera, Regie: Rüdiger Sünner
Musik: Turmalin
Eine Atalante-Filmproduktion 2018
Länge: 82 min., HD-Format, Farbe

Ab September 2018 DVD bei absolut Medien
Buch zum Film im Europa Verlag
Trailer auf Youtube

Screening-Termine "Engel über Europa" 2018 (weitere folgen)

9.9. 17 Uhr, Museum auf der Burg, Raron/ Wallis (Fondation Rilke)
18.9. Premiere in Berlin, Urania (19 Uhr)
19.9. Urania Berlin (16.30)
20.9. Urania Berlin (16.30 und 19 Uhr)
1.10. Urania Berlin (16.30)
20.-26.9. Berlin, Kino in der Brotfabrik, 18 Uhr
27.-29.9. Berlin, Kino in der Brotfabrik, 17.30 Uhr
23.9./ 30.9. München, Werkstattkino (Sonntagsmatinee um 11 Uhr)
Ab 11.10. Dresden, Kino im Dach
12.10. Stuttgart, Rudolf Steiner-Haus
20.10. Calw, Internationales Zentrum des Rosenkreuzes
28.10. Gütersloh, Bambi und Löwenherz Kino
25.11. München
, Rio Filmpalast
27.1.2019 Hamburg, Rudolf Steiner-Haus


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